26.04.2026
Tobias
Wen muss man eigentlich fragen, wenn man wirklich verstehen will, wie ein Sprint funktioniert? Laut ChatGPT ganz klar: die Sprint-Nerds, die den ganzen Tag mit der Kamera hinter Weltcup-Sprintern herrennen, sie filmen und dabei jeden einzelnen Routenentscheid analysieren.
Also habe ich Dave und Marius gefragt. Die Antwort? Eine detaillierte Auflistung ihrer Trainingskilometer, gespickt mit der Erkenntnis, dass Kaspar Fosser für eine Laufkamera „doch eher schnell“ sei. Aha. Nur: Meine Bahn war kürzer – und vor allem fand der Nationale Sprint in Ascona statt, nicht in Locarno, wo sich an diesem Wochenende die Weltelite tummelte. Ich war also wieder gleich schlau wie vorher. Aber der Reihe nach.
Ascona bzw. Locarno zeigte sich von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein, 24 Grad, eine leichte Brise und dieser unverkennbare Tessiner Frühlingsduft. Einige Oltner wurden dabei gleich nostalgisch – Erinnerungen an frühere Vereinslager auf dem Camping der Saners wurden wach.
Auch organisatorisch liess der Anlass kaum Wünsche offen. Statt überfüllter Garderoben und Gedränge herrschte überraschend viel Platz. Die rund 1'500 OL-Begeisterten verteilten sich auf grosszügige Turnhallen und ein weitläufiges WKZ. Die etwas längeren Wege nahm man gerne in Kauf – spätestens beim warmen Duschwasser war das definitiv vergessen.
Ein weiteres Plus: gleich drei verschiedene Starts. Eine kluge Entscheidung, wie sich später in den engen Gassen von Ascona noch zeigen sollte.
Der Start der H45-Bahn war zunächst fast schon „gnädig“: gute Übersicht und relativ einfache Routenwahl – ideal, um in den Sprintmodus zu finden.
Doch nach Posten drei war Schluss mit gemütlich. Ein Überlauf führte Richtung Altstadt, allerdings nicht ohne vorher noch rund 50 knackige Höhenmeter nordwestlich von Ascona einzustreuen. Ein kleiner „Wachrüttler“, bevor es ernst wurde.
Dann endlich: die Altstadt von Ascona. Enge Gassen, versteckte Innenhöfe, Gelaterias, Promenade, Pizzerien – und überall Blumen, Farben und typisch Tessiner Charme. Schön? Absolut. Ablenkend? Leider auch.
Jetzt galt es, physische und mentale Leistungsfähigkeit sauber zu synchronisieren. Denn alles ging plötzlich sehr schnell. Die eigentliche Herausforderung war weniger die Routenwahl als vielmehr das saubere Nachführen der Karte nach jedem Posten. Für den Kompass blieb kaum Zeit – wer hier die Karte nicht sofort richtig im Griff hatte, war schnell in der falschen Gasse unterwegs.
Offenbar gelang mir genau das an diesem Sonntag ziemlich gut. Ich war präsent, fokussiert und konnte Wichtiges von Unwichtigem trennen – sowohl auf der Karte als auch im Gelände. Das Resultat: ein rundum gelungener Lauf.
Manchmal passt es einfach.
Oder waren es am Ende doch die (versteckten) Tipps von Dave und Marius?
Wer weiss. Sicher ist: Die beiden „Sprint-Experten“ stehen euch für weitere Inputs jederzeit zur Verfügung – inklusive Kilometerstatistik und Kamera-Insights.