05.05.2026
Lynn und Minna
Lange haben wir die Tage hin bis zum Trainingslager in der Mafiagegend von Italien gezählt. Endlich ging es los. Am Freitagnachmittag, 3. April, reisten wir vollgepackt mit dem Zug von Olten Richtung Süden. Ich (Lynn) muss ehrlich zugeben, bis Milano habe ich mir noch etwa 1000x überlegt, was ich alles wohl vergessen haben könnte. Ich muss aber ehrlich zugeben, meine Tasche war beinahe so gross wie ich selber... Die Reise verlief sehr entspannt und nach sogar ein paar Schlafstunden, man kann darüber streiten, ob sie erholsam waren, erreichten wir in den frühen Morgenstunden vom Samstag Foggia.
Nach einem Aufenthalt von guten 2 ½ h am erwachenden Bahnhof von Foggia fuhren wir mit den Büssli die Halbinsel heraus Richtung Meer und Foresta Umbra. Der Foresta Umbra war unser zweites Zuhause für die kommende Woche. Jedes Waldtraining, vom Relief über den Nacht-O bis hin zum Long style und Middle Wettkampf absolvierten wir dort. Der Umbra Wald gehört dem Nationalpark Gargano an und wurde für seine alten Buchenwälder von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. „Umbra“ heisst so viel wie „Schatten“ oder „dunkel“, was die Umweltmerkmale des Waldes widerspiegelt, dichte und dicke Vegetation. Für mich war jedes Training, wieder in einem anderen Teil des Waldes, ein voller Genuss. Am besten gefiel mir aber das Relieftraining.
Ich kam in einen Flow und konnte das Dolinensurfen richtig geniessen. 😊 Auch das Longstyle Training auf einer 1:15‘000 Karte war ein völliger Genuss. 90‘ fast keine Dornen und Techniktraining pur!! Dabei war der Kompass ein wichtiger Freund und man musste gut auf ihn achten. Schnell waren Parallelfehler passiert, wenn man falsch aus einer Senke lief und das Auffangen nicht einfach. (Kurzer OL-Crash Kurs -> Senken sind geschlossene Höhenkurven, Gegenteil Hügel, Mulden hingegen nicht!)
Auch für Sprint gab es in diesem TL viele tolle, enge Küstendörfli. Speed war nicht wirklich gefragt umso mehr galt es die richtigen Routen und Gässli zu erwischen.
Ich (Minna) war begeistert vom technisch anspruchsvollen Sprint Routenwahltraining in Vieste. Ziel bei diesem Training war nicht nur die kürzeste Route zu finden, sondern bei der Planung auch noch auf anderes zu achten. Besonders in den Küstendörfli legt man schnell viel Höhe zurück, wenn man eine falsche Route wählt und auch Treppen sind nicht sehr gäbig. Man muss sich dort zu fest aufs Rennen konzentrieren und kann nicht planen.
Nicht destotrotz fand ich dieses Training sehr toll. Knobelaufgabe: Wer findet die Schnellste Route von 13-14?
Am letzten Tag vor der Abreise machten wir eine Sprintstaffel in Vico del Gargano. Es war eine 1:3‘000 Karte, alles kam noch viel schneller als sonst im Sprint und zum Teil stimmte die Karte nicht einmal mehr. Zudem leben meiner Meinung nach in diesem Städtchen mehr kleine Wadenbeisser als Menschen. Überall schlichen Hunde herum und gaben uns ein mehrtöniges Kläffkonzert. Man musste sich sehr auf sich selbst konzentrieren und Postennummern kontrollieren da viele Posten nahe beieinander waren. Auf der zweiten Schlaufe dachte ich wohl schon zu fest an die Glace und stempelte einen falschen Posten. Trotzdem bleibt mir dieser Sprint in guter Erinnerung.
Natürlich machten wir in dieser Woche nicht nur OL. Die Ruhenachmittage waren jeweils strenger als ein OL-Training. Rumpfkraft an der Sonne, Fussballturnier und Postkarten schreiben füllten unsere freien Nachmittage giebig aus. Feine Gelatis und das Baden im Meer liessen wir uns dabei nicht nehmen. 😊
Mit vielen tollen Trainings und Erinnerungen fuhren wir müde aber überglücklich mit dem Nachtzug Samstags wieder zurück nach Milano. Alle waren froh, als der Zug am Freitagabend kurz vor Mitternacht in Foggia ankam, denn die Zugstrecke war in der letzten Woche Aufgrund eines Erdrutsches unterbrochen und wir wussten bis auf die letzte Minute nicht ob und wie wir wieder nachhause kommen…
An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für die grosszügige Unterstützung bedanken, welche wir jährlich vom Verein erhalten. Dank dem dürfen wir solche tollen Momente wie dieses Trainingslager geniessen und viel neues dazu lernen. Wir sehen dies überhaupt nicht als selbstverständlich und sind unglaublich dankbar dafür!!