27.09.2026
Minna
25 Jahre 3T (Talent Treff Tenero), rund 500 Nachwuchsathlet:innen aus 28 Sportarten nahmen am Talent Treff teil. Neben Fussball, Kunstrad, Wrestling und Squash nahmen auch zehn OL-Läufer:innen der Kategorie D/H 16 teil, die sich dafür qualifiziert hatten. Und ich durfte das alles miterleben, die Trainings in den Tessiner Wäldern und Dörfchen, verschiedene Workshops und der Austausch mit den anderen Sportler:innen.
Am Sonntagnachmittag trafen wir uns in Tenero mit voller Vorfreude auf die bevorstehende Woche. Nach dem Beziehen der Zelte ging es in die Mensa zum Znacht essen und anschliessend fand die Eröffnungsfeier des 3Ts statt. Noch kurz den Schlafsack auspacken und schon lagen wir in unseren Betten und träumten von den Schäfchen.
Pünktlich um 8:00 standen wir auf und gingen Zmorge essen, um nachher ein Lauftraining dem Lago Maggiore entlang zu machen. Am Nachmittag stand Krafttraining auf dem Programm (Spoiler: Wir hatten bis am Donnerstag noch Muskelkater). Anschliessend hatten wir einen Theorieblock Sportpsychologie, wo wir über Stress, Druck und Fehler im OL sprachen und einen Theorieblock Athlete Hub, wo wir über unsere Leistung, unsere Identität und unsere Persönlichkeit sprachen.
Endlich OL-Training im Tessiner Wald! Am Dienstag fuhren wir mit unseren Büssli nach Capriasca. Ein Wald im Südosten von Tenero. Das Gelände war steil und gute Routen waren von Vorteil.
Am Nachmittag fuhren wir wieder ein bisschen zurück bis nach Taverne wo wir One-Man-Relay Staffeltraining mit 2 Runden hatten.
Nach dem Training frisch geduscht und den Tag ausgewertet gingen wir Znacht essen und freuten uns schon richtig auf den Abend. EHSM-Abend war auf dem Programm, man durfte verschiedene Sportarten ausprobieren und lernte auch andere Sportler:innen kennen und erfuhr wie sie so trainieren.
Am Mittwoch war auch schon das dritte und letzte Wald OL Training auf dem Programm. Arcengo: steil, schwierig und teilweise auch grün. Wichtig war, dass man einen guten Plan hatte und im Postenraum genau wusste, wo man hin muss. Ein tolles und schwieriges Training im Tessin.
Auf den Nachmittag freuten wir uns besonders. Nach der Mittagspause hatten wir einen Regenerationsblock. Zuerst haben wir uns massiert und mit der Blackroll Übungen gemacht und im zweiten Teil durften wir bisschen «Schlafen». Die drei wichtigsten Dinge neben dem Training sind Regeneration, Essen & Trinken und Schlaf. Dazu haben wir verschiedene Inputs und Techniken angeschaut, wie man Gedanken stoppen, Ruhe finden und gut einschlafen kann. Frisch ausgeruht ging es noch in zwei Theorieblöcke. Einmal Dopingprävention, da haben wir gelernt, wann man positiv gedopt ist und was man beim Kauf von Medikamenten beachten muss. Anschliessen war noch ein Theorieblock zum Thema Werte. Wir schauten verschiedene Dinge an, wie eine funktionierende Beziehung zwischen Trainer und Athlet sein muss.
Das Waldtraining war für die Woche fertig und Sprint war angesagt. Mit unseren Büssli fuhren wir im Swiss T-Shirt nach Locarno, wo ein langer Sprint auf uns wartete. Nicht nur das wartete auf uns, sondern auch die Mediacrew, die uns mit Kameras durch die Gassen Locarnos verfolgte und tolle Bilder und Videos von unserem Sport machte, dass andere sehen, dass OL nicht nur eine Schatzsuche ist, sondern noch viel mehr.
Linien-O, Normal-O und Korridor waren die verschiedenen OL-Formen die wir in den Training machen mussten.
Route Start-1: Zum ersten Posten wusste ich lange nicht wie ich am schnellsten dorthin komme. Schlussendlich bin ich bei Posten 8 durchgelaufen und dann zur Strasse die nicht gesperrt war. Da habe ich das Sperrgebiet nicht gesehen und es erst auf dem Weg zum Zweiten Posten gemerkt.
Route 6-7: War nochmals schwierig zu entscheiden und sehen wie man am Schnellsten durch kommt. Ich habe mir bei Posten 6 zu wenig Zeit genommen und dann zu viele Kurven gemacht und erst später gesehen dass es noch eine schneller Route gegeben hätte.
Nach dem Mittag und einer Regeneration in den Compression Boots fuhren wir mit den Büssli ins Maggia Tal nach Aurigeno, wo ein Sprint-Intervall auf uns wartete. Als Warmup joggten wir in Moghegno durch die kleinen Gassen und hofften, dass wir in Aurigeno nicht so viele Fehler machen. Und dann hiess es konzentrieren und los ging es durch die kleinen steilen Gassen von Aurigeno. Dreimal sprinteten wir und jedes Mal passierte mir ein kleiner Fehler, den es nicht gebraucht hätte.
Nach dem Znacht stand der Mini-Super-10-Kampf auf dem Programm. In vier gemischten Gruppen mit je 20 Personen und zwei Qualifikationsrunden gewann das Team blau. Danach genossen wir noch den letzten Abend, bevor wir müde schlafen gingen, mit dem Gedanken, dass das 3T morgen vorbei ist.
«Ausgeschlafen» standen wir um 7:00 auf und gingen das letzte Mal in der Mensa Zmorge essen. Anschliessend fand die Closing Zeremonie statt.
Die Taschen gepackt, das Zelt geputzt und den Kompass und die Postenbeschreibung am Arm joggten wir zu unserem letzten Sprint OL Training in Gordola, dem Nachbarsdorf von Tenero.
Komplexe Routenwahlen und schnelle Entscheidungen treffen. Das waren die Ziele für das letzte Training. Nochmals das Chöpfchen anschalten um schnelle Entscheidungen zu treffen und die richtige Route finden.
Wer Zeit hat kann noch eine schnellere Route zum Posten 1 finden (es gibt noch 2)!
Nach dem Training das letzte Mal Duschen und versuchen die Tasche zu schliessen, damit alles Platz hat.
«Excellence, Friendship und Respect» stellen neben dem Training die olympischen Werte in den Vordergrund. Mit neuen Freundschaften, Durchhaltevermögen und grossartigen Erinnerungen an die Woche liefen wir mit unseren schweren Taschen zum Bahnhof Tenero und hofften, dass wir wieder einmal hier sind, vielleicht als Nachwuchsathlet oder als Spitzensportler.